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Was kostet ein Handwerker? Preise in Deutschland 2026

Aktuelle Stundensätze und Gesamtkosten für Elektriker, Klempner, Maler, Tischler und mehr. Mit Rechenbeispielen und Spartipps.

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So setzen sich Handwerkerkosten zusammen

Bevor wir über konkrete Zahlen sprechen: Jede Handwerkerrechnung besteht aus drei Hauptposten.

Arbeitskosten – der Stundensatz des Handwerkers. Darin stecken nicht nur sein Lohn, sondern auch Sozialversicherung, Werkzeugverschleiß, Weiterbildung und Verwaltungskosten. Ein Stundensatz von 60 € bedeutet nicht, dass der Handwerker 60 € pro Stunde verdient – realistisch landet davon etwa die Hälfte als Bruttolohn.

Materialkosten – Baumaterial, Ersatzteile, Verbrauchsmaterial. Handwerker kalkulieren hier oft mit einem Aufschlag von 10–20 % auf den Einkaufspreis, da sie Lagerung, Transport und Resteverwertung tragen.

Fahrtkosten – Je nach Entfernung zwischen 0,50 € und 1,20 € pro Kilometer oder als Pauschale (häufig 20–50 € pro Anfahrt).

Aktuelle Stundensätze nach Gewerk (2026)

GewerkStundensatz (netto)Typische Spanne
Elektriker55–75 €45–90 €
Klempner / Sanitär55–80 €50–95 €
Maler & Lackierer40–55 €35–65 €
Tischler / Schreiner50–70 €45–85 €
Fliesenleger45–65 €40–75 €
Dachdecker60–85 €55–100 €
Maurer50–70 €45–80 €
Heizungsbauer60–80 €50–95 €

Hinweis: Die Spanne ergibt sich aus regionalen Unterschieden. In München oder Hamburg liegen die Preise am oberen Ende, in ländlichen Regionen in Sachsen oder Thüringen am unteren.

Rechenbeispiel: Badezimmer-Renovierung

Ein typisches Badezimmer (6 m²), komplett renoviert:

PostenKosten
Demontage alte Fliesen & Sanitär800–1.200 €
Neue Fliesen (Material + Verlegung)1.500–3.000 €
Sanitärinstallation (WC, Waschbecken, Dusche)1.200–2.500 €
Elektroinstallation (Steckdosen, Spiegel)400–800 €
Malerarbeiten (Decke, freie Wände)300–600 €
Gesamt4.200–8.100 €

Die Spanne entsteht vor allem durch die Materialwahl. Standardfliesen kosten 20–30 €/m², Designfliesen schnell 60–100 €/m².

Rechenbeispiel: Elektroinstallation Einfamilienhaus

Kompletterneuerung der Elektrik in einem Einfamilienhaus (120 m²):

PostenKosten
Zählerschrank erneuern1.500–3.000 €
Leitungen verlegen (inkl. Schlitze fräsen)4.000–8.000 €
Steckdosen & Schalter (40–60 Stück)800–1.500 €
Prüfung & Abnahme300–500 €
Gesamt6.600–13.000 €

Wann sind Handwerker günstiger?

  • Nebensaison nutzen – Dachdecker und Maler haben im Winter weniger zu tun. Frag nach Rabatten für Aufträge zwischen November und Februar.
  • Mehrere Arbeiten bündeln – Wenn ohnehin der Fliesenleger kommt, lass gleich Bad und Küche machen. Die Anfahrtskosten fallen nur einmal an.
  • Material selbst besorgen – Bei manchen Gewerken (z. B. Fliesen, Armaturen) sparst du den Handwerkeraufschlag, wenn du das Material selbst kaufst. Klär das vorher ab – manche Betriebe lehnen das ab oder geben dann keine Gewährleistung auf das Material.
  • Festpreis statt Stundenlohn – Bei klar definierbaren Arbeiten ist ein Festpreis oft günstiger, weil der Handwerker effizient arbeiten will.

Warnsignale bei Preisen

  • Deutlich unter Markt – Wenn ein Angebot 40 % unter den anderen liegt, stimmt etwas nicht. Häufige Ursachen: Schwarzarbeit, fehlende Versicherung, minderwertige Materialien.
  • Keine Mehrwertsteuer ausgewiesen – Ein klares Zeichen für Schwarzarbeit. Du verlierst im Schadensfall jeden Gewährleistungsanspruch.
  • Hohe Anzahlung verlangt – Mehr als 30 % vor Arbeitsbeginn ist unüblich und riskant.

Handwerkerkosten von der Steuer absetzen

Seit 2006 kannst du Handwerkerleistungen nach § 35a EStG steuerlich geltend machen:

  • 20 % der Arbeitskosten (nicht Materialkosten) sind absetzbar
  • Maximal 1.200 € pro Jahr Steuerermäßigung
  • Voraussetzung: Rechnung mit ausgewiesener Arbeitsleistung und Überweisung (keine Barzahlung)

Bei einer Handwerkerrechnung über 5.000 € (davon 3.500 € Arbeitskosten) sparst du also 700 € Steuern.